News

Badenweiler, 01.11.2008

Schritte auf dem Weg...

... lautete das Motto, unter dem Jonathan Böttcher anlässlich seines 50. Geburtstages am vergangenen Samstag Freunde und musikalische Weggefährten zu einem Konzert der Extraklasse im Kurhaus Badenweiler versammelte.


Schon in der Begrüßung durch Angelika Lesniak wurde klar, dass es sich um eine nicht alltägliche Veranstaltung handelte, sondern um ein Ereignis, das in dieser Form noch nicht da war und das es auch wohl nie wieder geben wird.

Das Programm las sich wie ein "Who Is Who" der christlichen Musikszene. Die teilweise geladenen (Geburtstags-)Gäste kamen aus ganz Deutschland und der Schweiz und standen damit der geographischen Verbreitung der Künstler in nichts nach. Und so vielfältig die geographische Herkunft der Künstler war, so vielfältig war auch das musikalische Programm. Jonathan Böttcher übernahm natürlich den Löwenanteil der musikalischen Arbeit, stets einfühlsam gesanglich begleitet von Bärbel Kunz, mit der er bereits über 750 Konzerte gemeinsam gestaltet hat. Aber nicht nur mit der eigenen Gitarrenkunst lief die Begleitung rund, sondern auch im Zusammenspiel mit vielen anderen Musikern, mit denen Jonathan Böttcher im Lauf der letzten 30 Jahre gemeinsam auf der Bühne stand.

Nach und nach wurde die Bühne voller. Zunächst kam Helmut Kandert mit auf die Bühne und sorgte für percussive Rhythmik. Er beherrscht nicht nur sein vielfältiges Instrumentarium virtuos, sondern ist noch zudem ein einfühlsamer Begleiter. Zu den nächsten Titeln kamen Birgit Kley und Helmut Krüger singend hinzu, die schon sehr lange mit Jonathan Böttcher befreundet sind und ebenso lange gemeinsam mit ihm Musik machen. Der bekannte Pianist und Musikproduzent David Plüss war der nächste im Bunde.

David Plüss lebt in der Schweiz, wo er auch sein Tonstudio betreibt und viele CD's auch für und mit Jonathan Böttcher produziert hat. Er beherrscht die Tasten wie kaum ein zweiter und gehört zu den Pianisten, die nicht nur laut spielen, sondern sich tatsächlich auch hörend in ein Ensemble einbringen können. Und das mit einer Präzision, wie man sie sonst nur bei Studioaufnahmen, nicht jedoch live auf der Bühne erlebt.

Damit war die Band noch nicht komplett. Ein weiterer Schweizer kam hinzu. Mit Yves Dobler betrat ein Weltklasse-Saxophonist die Bühne, der auch immer mal wieder - je nach Arrangement - zur Querflöte wechselte und auf beiden Instrumenten Töne hervorzaubert, die einem die Freudentränen in die Augen treiben.

Jeder der Sänger und Instrumentalisten hatte sowohl solistische Titel im Gepäck als auch die Freude im Herzen, zeitweise einfach nur Teil einer großartigen Band zu sein. Ein besonderer Gast war noch vor der Pause Jan Vering, der mit eindrucksvoller Stimmgestaltung, am Piano begleitet von David Plüss, einen zu Tränen rührenden Titel über die Gnade Gottes sang.

In der Pause konnten die Gäste Jonathan Böttchers Sohn Malte gemeinsam mit zwei Freunden als "Diabolo"-Künstler bestaunen, die mit ihren "tanzenden Kreiseln" im Foyer eindrucksvolle Kunststücke vorführten.

So viele exzellente Künstler - und das war erst die Halbzeit. Weiter ging es mit der Sängerin Andrea Betz, die mit "I Will Follow You" einen gefühlvollen Song präsentierte, der in Verbindung mit ihrer samtweichen Stimme eine wohlige Gänsehaut verursachte. Als "Frau Klöpke" betrat Volker Schmidt-Bäumler die Bühne, der bereits seit 20 Jahren mit dem Comedy-Duo "Superzwei" (früher "nimmzwei") auf der Bühne steht. Frau Klöpke zerrte gewaltig an den Lachmuskeln der Besucher. Da wird mal eben die komplette Bibelgeschichte in wenigen Sätzen bunt vermengt, angefangen von der Schlange, die den Apfel aß, den David dem Moses an den Kopf schleuderte, während der Pharao in Noahs Arche den Jordan teilte, um das Volk der sieben Zwerge den Turm zu Babel bauen zu lassen, um damit Schneewittchen aus den Fängen des bösen Drachen zu befreien. Zugegeben, diese Zusammenfassung entspringt den wirren Erinnerungen des Autors, aber genauer ließ die die Aberwitzige Parodie nicht memorieren!

Ein Höhepunkt folgte auf den nächsten und auch die dabei zum Teil entstehenden Brüche waren Teil der Dramaturgie und durchaus beabsichtigt. So stellte auch Birgit Kley in ihrer Laudatio fest, dass Brüche zum Leben von Jonathan Böttcher gehören, der sich nie in eine Schublade stecken ließ, ein mehr als diszipliniertes Arbeitsleben führt und auch bisher noch von niemandem rundgeschliffen wurde, denn seine Ecken und Kanten ecken nicht nur an, sondern machen ihn auch für seine Freunde so liebenswert, denen er zwar unverblümt seine Meinung sagt, im Gegenzug aber auch seinerseits sehr kritikfähig ist. Und welchem Künstler kann man das schon nachsagen! Dazu gehört viel Größe, die Jonathan Böttcher an diesem Abend eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Kaum gesagt, erwartete die Besucher wieder ein Bruch. Der Bruch nämlich mit der Tatsache, dass bis zu diesem Zeitpunkt ausschließlich absolute Vollprofis auf der Bühne standen. Das sollte sich nun schlagartig ändern, als mit Kornelia Tremper (Gesang) und Horst Kirschhhöfer (Gitarre und Gesang) Nachbarn von Jonathan Böttcher auf die Bühne kamen und einen wunderbaren hessisch-englischen Song zum Besten gaben, der zwar von den vielen anwesenden Nicht-Hessen kaum verstanden wurde, aber durch die Musik und die englischen Textteile doch noch Sinn machte. Ein Genuss, zu sehen, wie unkompliziert und motiviert die beiden das Geschehen bereicherten. Und der nächste Bruch ließ nicht lange auf sich warten. Christoph Zehendner gab mit "Neuland" einen Wunschtitel aus seiner neuen CD "WortWeltenWanderer" zum Besten und bewies dabei eindrucksvoll, wie absolut professionell auch ein nicht geprobter Song ohne Soundcheck laufen kann. Hut ab! Christoph Zehendner ist einfach ein Bühnenprofi und Urgestein der christlichen Musikszene, der seinesgleichen sucht.

Seines gleichen war der nächste Künstler zwar nicht, aber das lag eher an der äußeren Erscheinung, als an der Professionalität des Beitrags. Zusammen mit B. Free hat Jonathan Böttcher gerade erst das Kindermusical "Der Mops vom Hugelberg" geschrieben, aufgeführt und aufgenommen. Dabei ist B. Free nicht per se Kindermusiker, sondern hauptsächlich Gospelsänger. Er brachte den Swingtitel "So läuft's" aus seinem aktuellen Soloprogramm "GospelSwing" mit, der dann endgültig alle Besucher zum Schnipsen und Klatschen brachte. Wenn die deutlich mehr als zwei Zentner des Sängers über die Bühne rauschen, dann erzeugt das einen Energie-Wirbel, dem sich kaum jemand entziehen kann. Helmut Krüger brachte es mit "Bernie, Du bist einfach ein saumäßig geiler Performer!" wohl treffend auf den Punkt.

Im Finale sangen und spielten schließlich alle Künstler gemeinsam "Gott hört Dein Gebet" und setzten damit noch einmal eindrucksvoll ihre sämtlich einfühlsame Art, auch "hörend" musizieren zu können, unter Beweis und entließen die Gäste so nach gut dreieinhalb Stunden mit einem Segenslied.

Jonathan Böttcher hat sich mit diesem Konzert-Erlebnis-Abend nicht nur selbst ein großartiges Geschenk zum 50. Geburtstag gemacht, sondern auch allen anwesenden Gästen und Künstlern. Wir sagen danke und freuen uns auf das fünfstündige Event zum 100. Geburtstag!

Bernie Römer



Zurück